Bandscheibenvorfall aus der Sicht der TCM

Der Bandscheibenvorfall wird in der TCM als eine Blockade verschiedener Energiebahnen (Meridiane) im Bereich der Wirbelsäule gesehen. Diese Blockade kann sich, je nach blockiertem Meridian, mit oder ohne Ausstrahlung vollziehen. Bei Ausstrahlung können die Beschwerden bis zum Kopf, in die Arme, Brust oder in die Beine ausstrahlen.

Diese Blockade muss man sich als einen Energie- und Blutstau vorstellen. Wir sprechen auch von einem sog. Bi-Syndrom. Dieses kann sowohl durch äußere als auch innere Faktoren verursacht werden.

Äußere Faktoren können beispielsweise dauerhafte falsche Haltung sein. Manche Berufsgruppen sind besonders betroffen, vor allem jene, die arbeitsbedingt längerfristig starre Haltungen im Sitzen oder Stehen einnehmen müssen wie beispielsweise Büroangestellte und Berufsautofahrer oder Köche, Zahnärzte, Chirurgen und Friseurinnen.

Durch die starre Haltung werden die Meridiane dauerhaft unvorteilhaft ge- und verspannt. Das bewirkt nach längerer Zeit eine Ermüdung und Kraftlosigkeit der betroffenen Region. Und die Versorgung der dort angesiedelten Bandscheiben mit Blut und Energie wird beeinträchtigt. In den meisten Fällen handelt es sich um die Lendenwirbelsäule, also um die Region der Niere. Das führt zu einer Schwächung des Organkreises Niere, die – besteht sie dauerhaft - Grund eines Bandscheibenvorfalls sein kann.

Eine Schwäche des Organkreises Niere kann allerdings auch angeboren sein oder bereits im Laufe der Jugend oder des jungen Erwachsenseins – also unabhängig des Berufes - erworben werden. Man würde dann von einem sog. 'inneren/angeborenen Faktor' sprechen. Eine eben solche angeborene oder früh erworbene Dysbalance in dem Organkreis Niere kann man beispielsweise an von Kindesbeinen an, tiefliegenden dunklen Augenringen und/oder Augenhöhlen erkennen, der ständigen Tendenz zum Frösteln, dauerhaft kalten Füßen (vor allem Fußsohlen), chronische Beschwerden mit dem Knie, den Ohren oder generell schon sehr frühe Beschwerden im Urogenitaltrakt.

Bandscheibenvorfälle treten meistens ab dem 40. Lebensjahr auf. Dies ist auch das Alter, in dem die Kraft und Vitalität der Organkreise, für uns Menschen spürbar abzunehmen beginnt. Bei diesem altersbedingten Abbau handelt es sich aus der Sicht der TCM in erster Linie um eine Abnahme der Körperflüssigkeiten (Falten!) und des Blutes (=> führt bei der Frau zum Wechsel). Körperflüssigkeiten und Blut entsprechen in der TCM dem YIN Faktor. Bei Abnahme des Yin, gewinnt Yang Überhand, da diese zwei bis dahin in einer Waage stehen (sollten).

Diese Yin-Abnahme und dieser Yang-Überschuss beeinträchtigt v.a. den Organkreis Niere und Leber. Ganz besonders der Organkreis Leber braucht die kühlende Komponente des Yin, im Speziellen, des Blutes. Nimmt diese ab, fängt dieser Organkreis Leber zum Rebellieren an.

In Kombination mit negativen Stress wird dieses ‚Leber-Yang‘ auch noch zusätzlich angeheizt. Besonders Ärger und Wut belasten und ‚erhitzen‘ diesen Organkreis und beeinflussen u.a. die Aufgaben des Funktionskreises Leber die Sehnen mit Blut zu versorgen. Es kommt zu Verkrampfungen, Verspannungen und Versteifungen.

Diese Mehrfach-Belastungen (durch schlechte Haltung unterversorgte Region und/oder angeborene oder jung erworbene Organkreisschwäche, altersbedingte Abnahme des Yin und negative Emotionen wie Stress) liegen oft in Kombination vor und können in der bereits unterversorgten Region schnell einen Bandscheibenvorfall auslösen.

Die Schwächung der Nieren-Energie (Essenzmangel) kommt natürlich auch noch hinzu.

Um Sie als Leser nicht zu überfordern, werde ich hier meinen Beitrag beenden. Ich hoffe allerdings, dass es mir gelungen ist, Ihnen aufzuzeigen, dass die alleinige Behandlung mit Akupunktur um dauerhaft beschwerdefrei zu sein, nicht zielführend ist. Hier müssen in erster Linie über Ernährung und Kräuter

- die Energie/Blutblockaden aufgelöst,
- die Leber mit kühlenden Blut versorgt und
- die Nierenenergie wieder aufgefüllt werden.

Die Methoden der Wahl heißen daher: Ernährung, Kräuter, Bewegung und Akupunktur.