Ernährung

Qualitativ hochwertige Ernährung ist die Grundlage von Gesundheit.
Neben der Kräutertherapie, der Akupunktur und der Atem- und Bewegungslehre
zählt sie in der TCM zu den Eckpfeilern der Gesunderhaltung und Gesundwerdung.

Jedes Nahrungsmittel übt unmittelbar nach dessen Verzehr
eine Wirkung auf unseren Körper und Geist aus.
Diese Wirkung wird durch den Geschmack und die,
jedem Nahrungsmittel zu Grunde liegende Thermik verursacht.

Jahrtausendelang wurde in der TCM beobachtet,
welches Nahrungsmittel über welche Thermik und welchen Geschmack verfügt.
Heute können wir auf eine umfangreiche Datensammlung zurückblicken.

Wir unterscheiden folgende Geschmäcker

  • Sauer: zieht zusammen und entspricht dem Organfunktionskreis Leber/Gallenblase und dem Element Holz
  • Bitter: senkt ab und entspricht dem Organfunktionskreis Herz/Dünndarm und dem Element Feuer
  • Süß: entspannt und entspricht dem Organfunktionskreis Milz/Magen und dem Element Erde, (Achtung: Hier ist der natursüße Geschmack gemeint!)
  • Scharf: bewegt und entspricht dem Organfunktionskreis Lunge/Dickdarm und dem Element Metall
  • Salzig: löst auf und entspricht dem Organfunktionskreis Niere/Blase und dem Element Wasser (Achtung: Hier ist der natursalzige Geschmack gemeint!)

… und folgende Thermik
(bitte beachten Sie, dass die Thermik völlig unabhängig von der Temperatur zum Zeitpunkt des Verzehrs ist: beispielsweise  bleibt Früchtetee in seiner Thermik immer kühl,
selbst wenn man sich beim Trinken die Zunge verbrennt
und Knoblauch bleibt immer heiß, auch wenn man ihn aus dem Kühlschrank nimmt):

  • Kalt: entspricht Yin und leitet die Energie 'nach unten und innen'
  • Kühl: ebenso
  • Neutral: ist Yin und Yang gleich zugehörig und verteilt die Energie gleichmäßig im Körper
  • Warm: entspricht Yang und leitet die Energie 'nach oben und außen'
  • Heiß: ebenso

Alle fünf Geschmacksrichtungen und Thermiken üben vielfältige Wirkungen auf die Organe aus.
Die hier angeführten Wirkungen sind ein kurzer Auszug des Wirkungsspektrums.

Im Anamnesegespräch geben Geschmackspräferenzen bereits erste Hinweise auf die Gesundheit der Organfunktionskreise. Wenn ein Mensch beispielsweise nach dem Essen das starke Bedürfnis nach Süßem hat, kann dies auf einen Mangel-Zustand im Element Erde, also im Funktionskreis Milz, hinweisen. Aber auch die Abneigung gegen einen bestimmten Geschmack kann auf einen Zustand der Fülle in dem zugehörigen Element deuten.

Weiters kann manchmal ein bestimmter Geschmack im Mund wahrgenommen werden, der ein weiterer Anhaltspunkt für Dysbalancen im Körper sein kann.

Somit kann man in der TCM schon in einem sehr frühen Stadium erkennen, ob sich ein Organfunktionskreis im Ungleichgewicht befindet. Es können Symptome erkannt werden, noch bevor eine Krankheit entsteht.